Achalasie: Chicago-Klassifikation

Achalasie ist eine der Differentialdiagnosen bei Patienten mit Symptomen einer Dysphagie. Die hochauflösende (HR) Manometrie gilt heute als diagnostischer Goldstandard für Störungen der Motilität der Speiseröhre. Die Manometrie stellt nicht nur die Diagnose auf, sondern ermöglicht auch die Klassifizierung des Zustands in Subtypen, die für die nachfolgende Behandlung wichtig sein können. Drei Subtypen von Achalasie werden in der sogenannten Chicago-Klassifikation unterschieden. Achalasie liegt vor, wenn die Entspannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre während des Schluckens begrenzt oder nicht vorhanden ist und die propulsive Peristaltik im tubulären Ösophagus entweder nicht vorhanden ist oder durch einen vorzeitigen Krampf ersetzt wurde. In der hochauflösenden Manometrie ist es daher erforderlich, ein standardisiertes Verfahren (10 nasse Schwalben) zu befolgen und zunächst den integrierten Relaxationsdruck (IRP; Normalwert < 15 mmHg) am ösophagogastrischen Übergang (EGJ) sowie zu messen Beurteilung des Peristaltikmusters.

Normale Befunde:

IRP ? 15 mmHg, normotensive, propulsive Peristaltik

Typ I Achalasie:

IRP > 15 mmHg, Peristaltik fehlt (panösophageale Druckerzeugung < 20%)

Typ II Achalasie:

IRP > 15 mmHg, Peristaltik fehlt (panösophageale Druckerzeugung ? 20%)

Typ III Achalasie:

 Achalasie Typ III
IRP > 15 mmHg, Peristaltik fehlt (vorzeitige Kontraktion / Krämpfe ? 20%)

Die Klassifizierung wird idealerweise bei Patienten ohne vorherige Behandlung durchgeführt. Insbesondere im klinischen Kontext und mit zunehmender Erfahrung ist es wichtig, Variationen wie atypische Formen der Achalasie und vor allem Formen, die Pseudoachalasie bei malignen Erkrankungen darstellen, zu bewerten und zu behandeln.

Beispielfall Pseudo-Achalasie:

 Fallbeispiel Pseudoachalasie

Dies ist ein Fall von Pseudoachalasie – bei diesem Patienten waren die Dysphagie–Symptome auf ein distales Ösophaguskarzinom mit submukösem Wachstum zurückzuführen. Neu auftretende, schnell fortschreitende Dysphagie und erheblicher Gewichtsverlust sowie die manometrischen Befunde, die eine scheinbare schluckinduzierte Entspannung zeigten, führten zu einer zweiten endoskopischen Untersuchung mit histologischer Bestätigung der Diagnose.

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