CATHOLIC MEDICAL SCHOOLS – F.I.A.M.C.

CATHOLIC MEDICAL SCHOOLS AND TRAINING ACCORDING TO CONSCIENCE
+Msgr. Giuseppe Pittau, SJ, Sekretär der Kongregation für das katholische Bildungswesen

Professor Gian Luigi Gigli, Präsident der World Federation of Catholic Medical Associations, Verehrte Mitglieder des Internationalen Treffens katholischer Geburtshelfer und Gynäkologen.

Es ist eine große Freude und Ehre, eingeladen worden zu sein, zu dieser Audienz über „Das grundlegende Menschenrecht, nach dem Gewissen zu praktizieren und geschult zu werden“ zu sprechen.

Im Namen der Kongregation für das katholische Erziehungswesen und in meinem persönlichen Namen danke und beglückwünsche ich die Organisatoren für die Einberufung einer so wichtigen internationalen Konferenz über das Recht der Geburtshelfer und Gynäkologen auf gewissensgemäße berufliche Bildung und Praxis. Die Kongregation für das katholische Bildungswesen ist zutiefst besorgt und engagiert sich aktiv für die Verteidigung der Bildungsfreiheit. Gerade bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Geburtshelfern und Gynäkologen ist diese Freiheit von entscheidender Bedeutung, denn dieses Recht steht in direktem Zusammenhang mit dem Recht, den Grundwert des Lebens aller Menschen vom Augenblick der Empfängnis an zu achten und zu verteidigen.

Während die Welt auf dem Gebiet der medizinischen Wissenschaft und Technik außerordentliche Fortschritte gemacht hat, müssen wir mit großer Traurigkeit auch anerkennen, dass solche Fortschritte oft nicht dazu benutzt wurden, das Leben zu retten und zu stärken, sondern es von Anfang an zu zerstören, gegen den grundlegenden Eid der Ärzteschaft.

Wie Papst Johannes Paul II. oft gesagt hat, hat heute eine Kultur des Todes ihre Prinzipien auferlegt. Eine solche Kultur basiert auf einer Antilebensphilosophie, die die Rechte der schwächsten und wehrlosesten Menschen leugnet.

Was können wir tun? Ich arbeite in der Kongregation für das katholische Bildungswesen und werde meine Ausführungen daher auf einige Aspekte des Bildungsprozesses beschränken. Zuallererst sollten die Seminaristen und die Studenten der katholischen Schulen und Universitäten in ihrem Studium der Philosophie und Theologie Kurse der Prolife-Orientierung erhalten, die sie darauf vorbereiten, die Prolife-Argumente auf verständliche und attraktive Weise zu erklären. Auch die jungen Menschen, die sich auf die Ehe vorbereiten, sollten eine solide christliche Unterweisung über den Sinn und Wert des Lebens und die Folgen der Abtreibung erhalten.

Aber gerade durch die katholischen Medizinischen Fakultäten können wir einen wichtigen Dienst bei der Bildung einer „Kultur des Lebens“ leisten und die vorherrschenden Orientierungen ändern.

Es gibt auf der Welt etwa vierzig katholische medizinische Fakultäten : neun in Nordamerika, fünfzehn in Lateinamerika, acht in Europa und acht in Asien. Die medizinischen Fakultäten von Leuven und Louvain-la-Neuve gehen auf das Jahr 1425 zurück und sind die ältesten katholischen Universitäten und medizinischen Fakultäten, die seit ihrer Gründung katholisch sind und immer noch katholisch bleiben.

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese vierzig katholischen Schulen gleichzeitig herausragende medizinische Schulen sein sollten, an denen Forschung, Lehre und Praxis das höchste akademische Niveau erreichen und gleichzeitig die katholische Identität treu bewahrt, gestärkt und öffentlich und sichtbar gemacht wird. Für die katholischen Universitäten und auch für die katholischen Medizinischen Fakultäten finden sich die maßgeblichen Orientierungen und Normen in der Apostolischen Konstitution Ex Corde Ecclesiae vom 15.August 1990. In dieser Verfassung sind die Grundprinzipien der Beziehung zwischen der Kirche und den Hochschuleinrichtungen klar festgelegt und erklärt. Im besonderen Fall der katholischen medizinischen Fakultäten sollte auch die Enzyklika Evangelium Vitae zur Magna Charta werden, um Forschung, Praxis, Lehre, Ausbildung, Einstellung und die verschiedenen Dienstleistungen, die wir in einer medizinischen Fakultät und einem Universitätsklinikum erbringen, zu leiten.

Ich würde empfehlen, ein Netzwerk katholischer medizinischer Fakultäten zu bilden, um Forschungsergebnisse und Informationen über neue Praktiken gemäß dem Lehramt der Kirche auszutauschen und Wege für eine solide katholische Ausbildung in Ausbildung und Praxis anzubieten. Der soziale Druck, die eigene Denk- und Praxisweise anzupassen, ist enorm. In wissenschaftlichen Kreisen herrscht Ächtung. Man wird der Bigotterie beschuldigt und hat keinen Kontakt zur fortgeschrittenen Forschung. Wenn man dem eigenen Gewissen treu ist, wird man auch wirtschaftlich leiden müssen. Es ist Teil unserer Mission, Teil der Grundcharta unserer christlichen Gemeinschaft. Diese Charta findet sich in den Seligpreisungen „Selig sind diejenigen, die im Namen der Gerechtigkeit leiden“.

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