Lillehei, C. Walton (1918-1999)

Dr. C. Walton Lillehei war ein weltberühmter Professor für Chirurgie an der University of Minnesota und ein Innovator auf dem Gebiet der Chirurgie am offenen Herzen. Er beteiligte sich an der weltweit ersten erfolgreichen Operation am offenen Herzen, entwickelte Techniken und Geräte, die die Operation am offenen Herzen erfolgreicher machten, und war Pionier bei der Verwendung von Herzschrittmachern und künstlichen Herzklappen.

Clarence Walton Lillehei wurde 1918 in Minneapolis geboren. Nach Abschluss der medizinischen Fakultät an der University of Minnesota im Jahr 1942 diente er im Zweiten Weltkrieg als Armeechirurg. Er promovierte 1951 an der Universität in Chirurgie und wurde als einer der talentiertesten jungen Chirurgen seiner Schule anerkannt.

Die 1950er Jahre waren eine Zeit großer Aufregung und Fortschritte im medizinischen Bereich. Insbesondere das Herz faszinierte sowohl Ärzte als auch die Öffentlichkeit. Chirurgen hatten gezeigt, dass Probleme mit Blutgefäßen und Defekten an der Außenseite des Herzens erfolgreich repariert werden konnten. Sie träumten jetzt davon, auch Probleme im Herzen zu beheben.

In einem voll funktionsfähigen Herzen zu operieren, war jedoch gefährlich. Chirurgen brauchten eine Möglichkeit, den Blutfluss zum Herzen zu stoppen, um sicher darin zu arbeiten. Aber das war auch gefährlich. Ohne den Sauerstoff, den das Blut aus der Lunge transportiert, könnte ein Patient in nur vier Minuten Hirnschäden erleiden.

Einige Chirurgen hatten versucht, Maschinen zu entwickeln, die anstelle von Lunge und Herz Blut in den Körper und das Gehirn des Patienten pumpen und mit Sauerstoff versorgen konnten. Dies würde es ihnen ermöglichen, den Blutfluss zum Herzen zu schließen, es zu öffnen und das Innere zu reparieren. Die Maschinen waren jedoch in der Regel teuer und schwer zu bedienen. Mehrere frühe Patienten starben aufgrund von Operationsfehlern und Maschinenfehlern.

Lillehei und sein Freund Dr. John Lewis von der University of Minnesota hatten eine andere Idee. Sie wussten aus Experimenten mit Hunden, dass eine dramatische Senkung der Körpertemperatur auch den Blutfluss verlangsamte und den Sauerstoffbedarf im Gehirn verringerte. Theoretisch würde dies dem Chirurgen mehr Zeit geben, um im Herzen zu operieren, und würde keine speziellen Maschinen erfordern. Am 2. September 1952 verwendete Lewis, unterstützt von Lillehei, diese Technik, um die weltweit erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen durchzuführen.

Das Verfahren konnte jedoch in den meisten Fällen nicht angewendet werden. Lillehei suchte nach einer anderen Möglichkeit, eine Herzoperation ohne komplizierte Maschinen durchzuführen, und beschloss, die Kreuzzirkulation auszuprobieren. Bei dieser Technik, Die Blutgefäße des Patienten wurden durch Schläuche mit einem anderen Freiwilligen verbunden, der „Spender.“ Der Spender würde das Blut des Patienten mit Sauerstoff versorgen, während eine einfache mechanische Pumpe Blut zwischen ihnen bewegte.

Am 26.März 1954 reparierte Lillehei mittels Kreuzzirkulation ein Loch im Herzen des dreizehnmonatigen Gregory Glidden. Leider starb Glidden elf Tage später an einer Lungenentzündung. Lillehei hatte jedoch gezeigt, dass seine umstrittene Technik funktionieren könnte. Im nächsten Jahr führte er vierzig erfolgreiche Operationen am offenen Herzen mit Kreuzzirkulation durch. Diese Operationen reparierten mehrere Herzfehler, die zuvor unheilbar waren.

Eine Operation am offenen Herzen war jedoch immer noch sehr riskant. Lillehei suchte weiter nach Wegen, um es sicherer und erfolgreicher zu machen. 1955 half er bei der Entwicklung einer einfachen und erschwinglichen Maschine, die die Notwendigkeit einer Querzirkulation beseitigte. Er begann auch zu arbeiten, um ein anderes Risiko einer Herzoperation zu lösen: Herzblock.

Herzblock war ein Zustand, in dem der Herzrhythmus während der Operation gestört wurde und plötzlich aufhören würde. Es war gefährlich, weil das Problem manchmal erst nach Abschluss der Operation offensichtlich war.

Ärzte wussten bereits, dass das Herz auf Elektrizität reagiert. Lillehei entschied, dass Elektrizität direkt auf das Herz angewendet werden könnte, um es nach einem Herzblock am Schlagen zu halten. Im Jahr 1957 fragte Lillehei University of Minnesota Elektriker Earl Bakken für eine batteriebetriebene Maschine, die künstlich einen Herzschlag regulieren könnte.

Bakken entwickelte schließlich den weltweit ersten tragbaren Herzschrittmacher. Lillehei implantierte diese Maschine 1958 erfolgreich in einen Patienten mit Herzblock. Bakken gründete Medtronic, das zu einem der erfolgreichsten Unternehmen in Minnesota wurde.

Lillehei spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und Implantation der weltweit ersten künstlichen Herzklappen. Neben seinen eigenen Leistungen half er auch bei der Ausbildung von mehr als 150 anderen Herzchirurgen aus vierzig verschiedenen Ländern. Einer seiner talentiertesten Schüler war Dr. Christiaan Barnard, der südafrikanische Chirurg, der 1967 die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation durchführte.

C. Walton Lillehei starb 1999. Zu Ehren seiner Leistungen wird das Heart Disease Institute der University of Minnesota jetzt Lillehei Institute genannt.

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